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Freundeskreis ehem. Angehöriger PzBtl 144 - 344 e.V.
Freundeskreis ehem. Angehöriger PzBtl 144 - 344 e.V.

Aktuelles

T e r m i n e   2 0 1 8 :

24.03.2018

 

Mitgliederversammlung

! Neuer Termin !

13.09. bis 17.09.2018

 

Jahresfahrt
"Holsteinische Schweiz"
Das Östliche Hügelland Holsteins

OTL Berewinkel

Als am 26.03.1991 das Kommando über das Panzerbataillon 344 an Oberstleutnant Berewinkel übergeben wird, steht das Bataillon letztmalig in voller Stärke angetreten auf dem Appellplatz. Die bevorstehende Umstrukturierung der Streitkräfte wirft bereits ihre "düsteren" Schatten voraus.
Noch bevor das Bataillon mit der Stabs- und Versorgungskompanie und 4. Kompanie und 4./PzBtl 341 im Landmarsch über den Hunsrück auf den Truppenübungsplatz BAUMHOLDER verlegt (12. - 21.04.1991), fällt mündlich durch Divisions- und Brigadekommando voraus die Entscheidung, dass das Panzerbataillon 344 zum 30.09.1992 aufgelöst wird. Unter diesen Vorzeichen steht dann auch der Lagevortrag zur Unterrichtung für den Inspizienten der Panzertruppe während seiner Inspizierung am 17. und 18.04.1991.
Von nun an ist nahezu alles, was im Bataillon geschieht "letztmals", vieles, was mit den Maßnahmen zur Auflösung zu tun hat aber auch "erstmals" und Neuland. Jetzt sind alle Vorhaben und Planungen dem Ziel der materiellen Demobilisierung und vor allem der sachgerechten und personenbezogenen Absteuerung der längerdienenden Soldaten in neue Verwendungen unterzuordnen.
Am 07.06.1992 macht der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, Alfred Biehle, einen Kurzbesuch beim Bataillon, um sich vor Ort über die mit der Auflösung verbundenen Konsequenzen zu orientieren.
In dieser Woche werden auch die ersten 10 Kampfpanzer des Bataillons an das neu aufzustellende Panzerbataillon 423 in BRÜCK übergeben. Weitere 35 werden in den nächsten Monaten nach intensiven Vorbereitungen folgen.
Am 30.06.1992 stellt 4./PzBtl 341 den Ausbildungsbetrieb ein und betreibt unter Führung der 2. Kompanie die Auflösung und schließt diese bis zum Ende des III. Quartals ab.
Alle Offiziere und Feldwebel des Bataillons nehmen am 10. und 11.08.1991 an dem Bataillonsausbildungsbiwak HÜRTGENWALD teil. Das Nachvollziehen kriegsgeschichtlicher Geschehnisse im Gelände wird zur hervorragenden Möglichkeit der taktischen Weiterbildung in dieser Zeit abnehmender Übungsmöglichkeiten.
Mit dem Panzerbataillon 363 als Leitverband verlegt die 4.Kompanie nach CASTLEMARTIN und schließt die Ausbildung mit einem Kompaniegefechtsschießen ab.
Anfang September verlegt der Gefechtsstand mit Versorgungsteilen auf denTrÜbPl HOHENFELS, um im Rahmen der Panzerbrigade 34 an der Erprobung des amerikanischen Combat Maneuver Training Center (CMTC) im Auftrag des Heeresamtes teilzunehmen. Zeitgleich befinden sich die 2. Kompanie und die 3. Kompanie als Unteroffizierlehrkompanie, dabei auch zeitweilig Teile der 4. Kompanie, auf dem TrÜbPl BAUMHOLDER. Am 13.09.1991 fliegt der Kommandeur aus Hohenfels ein, um beim letzten scharfen Schuss des Panzerbataillons 344 anwesend zu sein.
Am 25.09.1991 endet der Ausbildungsauftrag für die Unteroffizierlehrkompanie, die 4. Kompanie stellt den Ausbildungsbetrieb ein.
Zu einem besonderen Ereignis in der langjährigen Partnerschaft mit unserem französischen Patenregiment wird am 02.10.1992 der deutsch-französische Staffellauf im Laufschritt und auf dem Fahrrad von St. WENDEL nach KOBLENZ. Morgens einen feierlichen Appell mit dem Hissen der Fahnen, abends ein Büffet "vom Feinsten" und dazwischen viel Schweiß und Spaß bei den Wettbewerbsmannschaften.
Am 22.11.1991 geht beim Bataillon der OrgBefehl Nr. 179/92 (H) vom 25.10.1991 ein. Mit dürren Worten ist damit "amtlich", dass nach mehr als 30 Jahren das Panzerbataillon 144/344 am 30.09.1992 organisch aufhört, zu existieren.
Unter Leitung des Bataillonskommandeurs findet für die Rekruten der 2. Kompanie vom 02. - 06.12.1992 im Kloster MARIA ENGELPORT ein Seminar "Politische Bildung" statt.
Versetzungen im Rahmen der Umgliederung bei Offizieren und Unteroffizieren und die Entlassung des letzten kompletten wehrpflichtigen Jahrganges und der Rekruten nach Abschluss der Grundausbildung machen die Auflösung der 3. und 4. Kompanie im Dezember 1991, der 2. Kompanie im Januar 1992 erforderlich.
Vor allem die Absteuerung von Material bindet alle Kräfte. So kann Ausbildung nur noch an wenigen Bataillonsausbildungstagen, durch die Teilnahme an 3 Brigaderahmenübungen und einem allerletzten Truppenübungsplatzaufenthalt in DAADEN vom 25. - 30.04.1992 sichergestellt werden. Ein wenig Luft holen können Offiziere und Unteroffiziere bei einem Seminar vom 10. - 13.03.1992, das Kommandeur und der katholische Militärpfarrer gemeinsam gestalten.
So stolz der Tag war, als in Ehrenbreitstein die ersten LEO 2 eintrafen, so bitter ist der 23.03.1992, der Tag, an dem die letzten Kampfpanzer des Bataillons eben dort wieder eingeladen werden, um die Reise zum PzAufklBtl 12 nach EBERN anzutreten.
Am 24.03.1992 besucht eine Abordnung das PzBtl 423 in BRÜCK. Noch vor der Entscheidung über die offizielle Übernahme der Tradition durch dieses Bataillon übergibt das Offizierkorps alle in seinem Besitz befindlichen, über 30 Jahre gesammelten Gegenstände wie z. B. das "Btl-Silber".
Hoffnung für die Zukunft gibt die erfolgreiche Gründung des "Freundeskreises ehemaliger Angehöriger Panzerbataillon 144/344" am 28.03.1992.
Am 11.06.1992 verabschieden sich im Kasino der Gneisenau-Kaserne die verbliebenen Offiziere mit einem festlichen Essen von ihren Kameraden des 1er Regiment de Cuirassiers mit Dankbarkeit und dem Wunsch, dass dieses stolze Regiment auch in ungewisser Zukunft überleben kann.
Das Panzerbataillon 344 hat den Auftrag zur Auflösung ausgeführt. Alle längerdienenden Soldaten haben neue militärische Verwendungen in Truppenteilen und Dienststellen der gesamten Bundeswehr.
Am 18.09.1992 wird bei einem Brigadeappell zum letzten Mal die Truppenfahne Panzerbataillon 144/344, unter der Generationen von Soldaten treu für die Bundesrepublik Deutschland gedient haben, offen getragen. Alle anwesenden Ehemaligen und Soldaten des Bataillons blicken auf mehr als 30 zumeist glückliche und immer friedliche Tage zurück.
Die Truppenfahne geht als äußeres Symbol der Tradition in den Besitz Panzerbataillon 423 in BRÜCK über. Damit kehrt auch der Bär dahin zurück, woher er einst nach KOBLENZ kam. Vielleicht bietet dieses junge Bataillon, das die Tradition Panzerbataillon 144/344 auf des Weisung des Führungsstabes des Heeres weiterführt, allen Ehemaligen eine neue militärische Heimat.

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© Werner Neuheisel